Von der Handwerkskunst zur Fließbandarbeit

Skizzieren, scannen, illustrieren: So funktioniert Illustration heute.

Zunächst entwirft man eine grobe Skizze – meist mit Bleistift oder Kugelschreiber. Dann wird der Scanner angeworfen und das Bild in der entsprechenden Auflösung und Farbmodus eingescannt. Erst wenn der vorläufige Entwurf auf dem Computermonitor erscheint kann die eigentliche Arbeit beginnen.

 

Das Bild bekommt Farbe und Details. Mundwinkel und einzelne Gesichtszüge, Kleiderfalten und Stoffmuster, sogar Licht und Schatten werden erst nachträglich per Computer hinzugefügt.

 

Das Ergebnis ist meist eine äußerst realistische Darstellung des jeweiligen Motivs. Auch die Vervielfältigung ist heutzutage kein Problem mehr. Einmal in digitaler Form vorliegend, kann das Bild mir nichts-dir nichts in verschiedene Formate gebracht und dadurch als Buchcover, Lesezeichen oder Poster eingesetzt werden. Vielseitig einsetzbar und schnell zu bearbeiten, so funktioniert der moderne Grafikmarkt.

 

 

Echte Handarbeit

 

In den 1960er Jahren hingegen funktionierte Illustrieren noch ein wenig anders. Per Hand wurde das jeweilige Bild zunächst skizziert und im Anschluss daran koloriert.

 

Besonders Aquarellfarben wurden damals gerne eingesetzt. Die Farbübergänge waren fließend und verliehen dem Bild einen ganz eigenen Charme. Details wurden vorsichtig mit dem Pinsel erzeugt und Fehler konnten nicht so einfach wieder ausgebügelt werden. Da waren eine ruhige Hand und sehr viel Geduld gefragt

 

Mittlerweile ist die Handcoloration jedoch nicht mehr effizient genug, denn immerhin lässt sich der leicht-transparente Aquarelleffekt auch per Computer simulieren. Trotz der Schnelligkeit, die die Computercoloration dabei vorlegt, hält man am Ende kein Unikat in den Händen.

 

  • © Donald Brun
  • © Hannes Limmer, 1954
  • Illustration zu ,,Meine Tochter Lisbeth"
  • © M. Pathe
  • © Chomtom, 1957 Aquarelleffekt

 

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