Engagier dich für die Leseförderung!

Themenschwerpunkt Leseförderung - Teil 7

Nahezu allen Eltern ist die Bedeutung des Lesenkönnens für ihr Kind klar. Trotzdem findet längst nicht in allen Familien eine entsprechende Leseförderung statt. Über 40 % der Eltern mit Kindern bis 10 Jahre lesen selten oder nie vor; die Kinder haben somit kaum Zugang zu Büchern und Geschichten. Kindergärten und Schulen können diese Defizite nicht immer vollständig auffangen und freuen sich deshalb über Unterstützung von engagierten Eltern. Im Folgenden möchten wir dir zeigen, wie du dich für die Leseförderung einsetzen kannst. Und keine Angst – oft ist nicht mal ein großer Zeitaufwand dafür nötig.

 

Welt der Bücher

 

Um Kinder für Bücher begeistern zu können, solltest du vorab in das Angebot auf dem Buchmarkt hineinschnuppern. In den Kinder- und Jugendbuchabteilungen großer Buchhandlungen findest du ein breites Angebot an Titeln, die du in Ruhe anschauen und durchblättern kannst. Frage auch die Buchhändler nach Empfehlungen.

 

Ein noch viel größeres Angebot an Büchern wird auf Bücherschauen oder Buchmessen präsentiert, beispielsweise auf der Münchner Bücherschau oder auf den Buchmessen in Leipzig und Frankfurt. Darüber hinaus finden hier zahlreiche Lesungen sowie interessante Vorträge rund um verschiedene Buchthemen statt.

 

Informationen über empfehlenswerte Kinderbücher bieten oft auch Stadtbibliotheken, informiere dich über die aktuellen Angebote.

 

Tolle Tipps zum Vorlesen sowie zahlreiche Buchempfehlungen für Eltern bieten die Seminare der „Buchexpertin“ Barbara Knieling (www.lesen-mit-kindern.de).

 

Wirklich passende Bücher wirst du aber nur finden, wenn du die Interessen der Kinder kennst und weißt, was sie gerade begeistert und beschäftigt. Frage auch andere Mütter um Rat, oft machen bestimmte Themen und Bücher unter Freunden die Runde.

 

Vorlesepate und Vorleser

 

Da über einem Drittel der Kinder zu Hause nicht vorgelesen wird, sind freiwillige Vorleser in den Schulen gern gesehen. Meist ist man dabei Mitglied einer Leseinitiative. Als Vorleser gehst du für eine oder mehrere Stunden pro Woche in Schulen, Kindergärten oder Bibliotheken und liest dort Kindergruppen vor. Vorlesepaten kümmern sich dagegen meist um einzelne Kinder und lassen sie vorlesen – zur Übung.

 

Leseinitiativen bieten auch regelmäßig Fortbildungen und Erfahrungsaustausch für die ehrenamtlichen Helfer an.

 

Wer sich erst mal nur einmalig als Vorleser engagieren möchte, kann am bundesweiten Vorlesetag teilnehmen, einer Initiative von Die Zeit, Stiftung Lesen und Deutsche Bahn. Hier darf jeder mitmachen, an jedem denkbaren Ort. Als Vorleser kannst du dich ganz einfach online unter www.vorlesetag.de anmelden.

 

Autorenlesungen

 

Gibt es in der Klasse deines Kindes gerade ein Lieblingsbuch? Dann wäre eine Lesung mit dem Autor/der Autorin doch genau das Richtige. Durch die persönliche Begegnung mit dem Erzähler der Geschichte gewinnen Kinder häufig eine ganz neue Beziehung zur Sprache, zum Lesen und zur Literatur. Lesefreude und Lesemotivation werden nachhaltig gefördert. Der Friedrich-Bödecker-Kreis, der in allen Bundesländern vertreten ist, unterstützt Schulen bei der Vermittlung, Organisation und Finanzierung von Autorenlesungen, weitere Infos findest du unter www.boedecker-kreis.de.

 

Lesewettbewerbe

 

Inszenierungen rund um Bücher und (Vor-)Lesen fördern das Interesse der Kinder an Geschichten und ihre Lesemotivation. Wie wäre es deshalb mit einem Lese-Event an der Schule? Neben dem offiziellen bundesweiten Vorlesewettbewerb ist sicher noch Platz für eine unabhängige schulinterne Veranstaltung. Hier dürfen neben den Kindern auch Lehrer und Eltern aktiv mitmachen. Es muss auch nicht darum gehen, den besten Vorleser zu ermitteln. Projektgruppen könnten die spannendsten Geschichten zu bestimmten Themen auswählen, ihren Vortrag einstudieren und in Lesenächten oder Leserallyes zum Besten geben.

 

Schulbibliothek

 

Ein umfassendes Bücher- und Medienangebot an der Schule hat mehrere wichtige Aufgaben. Es soll die Chancengleichheit verbessern, indem es für Kinder aus buchfernen Familien Lesemöglichkeiten schafft, es soll die Voraussetzungen für individuelles Lernen verbessern und Kinder an eigenständiges Lesen heranführen. Darüber hinaus ist die Schulbibliothek ein Ort für sinnvolle Freizeit- und Pausengestaltung. Oftmals stehen den Schulen jedoch wenig oder keine Geldmittel und Personal für dessen Einrichtung zur Verfügung – Elternengagement ist hier gefragt. Sammelt Buchspenden oder organisiert Buch-Basare, dessen Erlöse neue Anschaffungen finanzieren. Ihr könnt bei der Einrichtung eines Bibliotheksraumes helfen, Bücher katalogisieren, ein Ausleihsystem einrichten und Bibliotheksdienste organisieren. Unter http://www.bibliotheksportal.de/themen/bibliothek-und-bildung/bibliothek-und-schule/schulbibliotheken.html findest du zahlreiche weitere Tipps zu Einrichtung und Betrieb von Schulbibliotheken.

 

Lesemaskottchen

 

In vielen Klassen dient eine Handpuppe oder ein Stofftier als Lesemaskottchen, das die Kinder spielerisch beim Lesenlernen unterstützt. Seine Funktion kann man aber auch ausweiten und dabei die Eltern mit einbeziehen, wie ein Beispiel aus Südtirol zeigt. Die Kinder dürfen hier dem Maskottchen schriftlich Fragen rund um Bücher und Literatur stellen, diese werden von dem Maskottchen (den Eltern) auf kleinen Zetteln beantwortet. Am Ende des Schuljahres wird aufgelöst, wer hinter dem Maskottchen steckt. Auf diese Weise sind die Eltern direkt und aktiv in die Leseförderung eingebunden, gleichzeitig wird die Kommunikation zwischen Eltern und Kindern gefördert.

Eure Meinung

Es gibt noch keine Kommentare. Schreibe den ersten Kommentar!