Die Achtziger

Von 1983 bis 1988 war Gerd Frederking Geschäftsführer des Verlages. 1984 erwarb SchneiderBuch den Bilderbuchverlag Scholtz-Mainz und den Paladin Verlag, in dem die Reihe Unsere kleinen Damen und Herren (Mister Men und Little Miss) erschien und in einer handlichen Box angeboten wurde. 1986 kam das hauseigene Kassettenlabel
Schneider TON hinzu. Damit konnte der Franz Schneider Verlag eine jüngere Altersgruppe bedienen, die unterhalb des klassischen Hauptlesealters 8 bis 12 angesiedelt war.



Im Erstleserbereich schwappte Anfang der Achtziger (vornehmlich aus Großbritannien) eine Sachbilderbuch-Welle nach Deutschland. Der Verlag erwarb starke Lizenztitel und stieß mit den großformatigen, durchgehend farbig illustrierten Bänden auf großes Kundeninteresse. Die Bilder-Wörterbücher Meine ersten tausend Wörter und Mein großes Tierbuch wurden absolute Renner.

Dr. Hubertus Schenkel löste 1989 Gerd Frederking ab, der mit der SchneiderBuch-Redakteurin Monika Raeithel-Thaler einen eigenen Verlag aufgemacht hatte. Am 8. März 1985 wurde Franz-Joachim Schneider 60 Jahre alt. „Onkel Franz“ hatte, wie es alle Mitarbeiter erleben konnten, gern und jeden Tag gearbeitet, wollte nun aber mehr Zeit für seine Lieblingsbeschäftigungen und für neue Dinge haben. Deshalb verkaufte er den Verlag an die dänische Gutenberghus-Gruppe, die 1992 in Egmont umbenannt wurde. Franz-Joachim Schneider war Zeit seines Lebens ein leidenschaftlicher Flieger. Nun machte er erneut seinen Flugschein und eroberte mit seinem Privatflugzeug „Baerli Airlines“ die Lüfte. Unter dem Künstlernamen Jo Baerli schuf er in den späten Lebensjahren Pop-Art-Werke im Stil Andy Warhols. Er befasste sich außerdem mit den Medien Video und Fotografie. Franz-Joachim Schneider, eine der herausragendsten Verlegerpersönlichkeiten des zwanzigsten Jahrhunderts, unter dessen Führung der Verlag zum erfolgreichsten Kinderbuchverlag des deutschsprachigen Raums geworden war, starb im Alter von 82 Jahren am 19. Februar 2008 in München.

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