• Redaktionstipp Hanni und Nanni Susanne
    Susanne George, Redakteurin

    Unvergesslich!
    Hanni und Nanni haben mich – wie so viele andere – so manches Kindheitsjahr begleitet und sind ein unvergessliches Leseerlebnis ...
     

Lesefreude für Generationen

Annika (11) und Sandra (44) im Hanni & Nanni-Interview

Annika und Sandra kennen sich nicht, obwohl die beiden gar nicht so weit entfernt voneinander im Saarland leben. Was sie eint, ist Lesefreude und ihr Engagement, wenn es um ihre Lieblingsbücher geht. Sandra ist 44 Jahre alt; Hanni & Nanni haben ihr Leben begleitet. Annika ist mit ihren 11 Jahren eine junge Leserin. Uns hat interessiert, was die beiden mit den Kinderbuch-Klassikern verbindet und Interviews geführt.

 

Annika hat Ihr Interview in einer aufwändigen Mappe zusammengestellt und wunderbar mit eigenen Zeichnungen illustriert. Wenn du dir ihre tolle Präsentation anschauen möchtest, klicke auf das Bild, um sie herunterzuladen.

 

Lesefreude mit Hanni und Nanni

Annika zeichnet mit Phantasie: Wie sähen Hanni & Nanni aus, wenn sie aus Afrika kämen?

 

Wenn du spontan an Hanni und Nanni denkst, welche 4 Begriffe fallen dir ein?

 

Sandra: „Internat, Abenteuer, Streiche, Zusammenhalt.“

Annika: „Wenn ich an Hanni und Nanni denke, fallen mir spontan Streiche, Freundschaft, Zusammenhalten und Spaß ein.“

 

Wie alt bist du?

 

Sandra: „Wenn ich Schneiderbuch in Köln besuche: 44 Jahre.“

Annika: „Ich bin elf Jahre alt und werde im Dezember zwölf.“

 

Erzähle etwas über dich.

 

Sandra: „Ich arbeite  im Büro in einem mittelständigen Handwerksunternehmen, heute genau seit 25 Jahren. In meiner Freizeit lese ich sehr gerne. Durch die Hanni und Nanni Bücher bin ich Viel-Leserin geworden. Bevor ich Hanni und Nanni kannte, habe ich auch schon gelesen, auch andere Schneiderbücher, aber eine Leseratte wurde ich erst durch Hanni und Nanni. Nicht nur meine Sprache, auch meine Deutschnoten wurden damals besser, weil ich so viel Hanni und Nanni gelesen habe. Vorher mochte ich Mathematik lieber, das änderte ich dann und ich fand den Deutschunterricht immer interessanter. Ich war ein eher stilles, verträumtes Kind und besuchte damals die Hauptschule.

Heute betreue ich ehrenamtlich ein Mädchen aus der Nachbarschaft, weil die Mutter allein erziehend ist und noch Drillinge hat. Wenn das Kind jetzt in die Schule kommt, versuche sie langsam ans Lesen heranzuführen, sie mag Bibi Blocksberg. Ich fahre oft Rad, gehe im Wald spazieren, bin viel mit meiner Familie zusammen. Es gibt kaum einen Urlaub, in dem ich nicht Hanni und Nanni-Bücher im Gepäck habe.“

Annika: „Interessen habe ich unendlich viele. Zu den für mich sozusagen lebenswichtigen Dingen zählen Pferde, Reiten Bücher, Lesen, Zeichnen, Malen, Tiere beobachten und überhaupt die ganze Natur. Die Liebe zu Pferden scheint bei mir angeboren zu sein, ich reite regelmäßig, seit ich drei Jahre bin. Einen großen Teil meiner Freizeit verbringe ich bei den Pferden und in der Natur. Mit meinen Freundinnen treffe ich mich am liebsten im Stall. Wann immer es möglich ist, unternehmen wir lange Ausritte.

Bücher und Lesen gehören für mich schon immer zum Alltag, wie das Atmen. Ich lese in fast allen Lebenslagen und verschlinge jede Menge Lesestoff. Ansonsten gehört zu meinen Hobbies auch die Kalligraphie und ich interessiere mich für Fremdsprachen und Geschichte, insbesondere Nationalsozialismus (Anne Frank, Weiße Rose).
Ich bemühe mich, mit der Umwelt achtsam umzugehen und engagiere mich für Tier-, Natur- und Umweltschutz.“

 

Seit wann kennst du Hanni und Nanni?

 

Sandra: „Seit 1985, damals war ich 14 Jahre.“

Annika: „Ich habe Hanni und Nanni ziemlich früh durch ältere Freundinnen kennen gelernt, da war ich etwa fünf oder sechs. Bücher habe ich schon immer geliebt. Weil ich sie gerne selber lesen wollte, habe ich mir das Lesen schon ganz früh selbst beigebracht.“

 

Wie hast du Hanni und Nanni kennengelernt?

 

Sandra: „An Weihnachten bekam ich von meiner Mutter den damaligen Hanni und Nanni Jubiläumsband mit den Bänden 1-17 geschenkt.

Eine Freundin sagte damals zu mir „Ach, Hanni und Nanni sind altmodische Bücher, die hat meine Mutter schon gelesen, heute gibt es bessere…“ Mit entsprechend wenig Erwartung habe ich angefangen zu lesen, aber ich war sofort gefesselt und begeistert. Die nächsten Tage interessierte mich kein Fernsehen mehr und als ich an Silvester bis Mitternacht aufbleiben durfte, habe ich es vorgezogen in mein Zimmer zu gehen und Hanni und Nanni zu lesen. Wochenlang brauchte ich für das dicke Buch und habe es dann immer wieder gelesen und in den folgenden Jahren auch alle anderen, die herausgegeben wurden. Wenn ein neues Hanni und Nanni Buch erschienen ist, war das für mich wie ein Feiertag. Als Erwachsene sehe ich heute naturgemäß manches anders, aber meine Begeisterung für Hanni und Nanni ist über all die Jahre geblieben.“

Annika: „Zuerst begegneten mir Hanni und Nanni ständig in der Werbung. Ob im Radio oder in Zeitschriften, überall kamen Hanni und Nanni vor. Ich konnte die Namen schon nicht mehr hören. So hatte ich erst gar keine Lust, die Bücher zu lesen. Dann gewannen wir überraschend ein dickes Buchpaket: fünf Schneiderbuch-Jubiläumsausgaben – alles Sammelbände! Darunter war auch ein Hanni-&-Nanni-Sammelband mit den ersten drei Bänden. Erstmal war ich skeptisch, aber auch neugierig. Trotzdem blätterte ich rein und war dann so begeistert, dass ich den Band schon am nächsten Tag ausgelesen hatte! In den nächsten Wochen las ich so ziemlich alle Hanni-&-Nanni-Bände. Damals war ich sieben oder acht..“

 

Was ist für dich das Besondere an Hanni und Nanni?

 

Sandra: „Hanni und Nanni, das ist eine Welt für sich: Eine heile Welt. Für mich bedeutet, in die Hanni und Nanni Welt einzutauchen, ein wunderbarer Ausgleich zu der manchmal stressigen, nicht immer schönen Wirklichkeit. Bei aller Veränderung, die das Leben bietet, Höhen und Tiefen, Hanni und und Nanni bleiben mir. Da gibt es Spaß, Streiche, Abenteuer, manchmal auch Probleme, aber immer geht es gut aus. Beim Lesen kann ich mich wunderbar entspannen. Gerade in unserer schnelllebigen Zeit finde ich das schön. Die Phantasiefiguren sind tolle Mädchen, die man sich als Vorbild nehmen kann. Dass die Zeiten sich seit dem Erscheinen der ersten Hanni und Nanni Bände geändert haben, spielt dabei für mich keine Rolle, die wichigen Werte haben immer Bestand. Dass Hanni und Nanni immer zusammenhalten und nicht so schnell aufgeben, das gefällt mir.

Annika: „Am besten gefallen mir die Streiche. Meistens sind die Streiche richtig gut – ich denke da jetzt an Mamsell und ihren hüpfenden Teller. Da muss man einfach lachen!“

 

Kannst du dich mit einer Figur aus den Hanni und Nanni-Büchern besonders identifizieren und wenn ja, warum?

 

Sandra: „Mit Nanni Sullivan, vielleicht, weil sie mir von allen vorkommenden Personen am ähnlichsten ist. Ich mag auch das ehemalige Zirkuskind Carlotta, ihr Charakter ist ehrlich, natürlich und direkt. Und Mamsell, die etwas schrullige aber sehr liebenswerte Französischlehrerin. Auch mit der Direktorin kann ich mich identifizieren. Traditionell, korrekt, verlässlich mit Verstand und Herzensbildung.“

Annika: „Eigentlich mag ich mehrere Figuren sehr gerne. Mit einer einzelnen Person kann ich mich nicht identifizieren, aber Carlotta, Nanni, Anja, Bobby, Petra, Katrin, Lucy und Mamsell gehören zu meinen Lieblingsfiguren. Mit einzelnen Vorlieben und Charaktereigenschaften ähneln sie mir.“

 

Wie gefallen dir die Buchcover und Illustrationen der älteren Hanni und Nanni-Bände?

 

Sandra: „Die gefallen mir sehr gut. Die schwarz-weiß Zeichnungen in den Büchern finde ich witzig und schön. Ich finde sie unterstreichen und ergänzen das Erzählte gut Die Buchcover gefallen mir auch, besonders die der Sonderbände. Der Illustrator Nikolaus Moras hat Hanni und Nanni über die Jahre immer mal wieder der aktuellen Zeit angepasst, was Mode und Frisuren angeht, aber es sind immer dieselben Mädchen geblieben. Ich finde, das hat er sehr gut gemacht. Man hat die Zwillinge immer wieder erkannt. Seine Art zu zeichnen finde ich charmant und ansprechend.“

Annika: „Die Buchcover der älteren Bände sind wunderschön und auch die Illustrationen in den Büchern finde ich richtig gut! Sie gefallen mir so gut, weil die Persönlichkeiten hervorragend getroffen sind. Außerdem finde ich spitze, dass nicht immer nur Hanni und Nanni, sondern auch ihre Freundinnen dargestellt sind. Wenn man die Bücher sehr aufmerksam gelesen hat, kann man an den Einzelheiten genau erkennen, um welche Figur es sich handelt. Besonders gut finde ich, dass die Bilder die Stimmung und Gefühle so gut wiedergeben. Mein Lieblingscover ist das von Hanni & Nanni retten die Pferde.

 

Welche Hanni und Nanni-Geschichte gefällt dir am besten? Warum gefällt sie dir besonders?

 

Sandra: „Ich habe viele Lieblingsbücher von Hanni und Nanni. Wenn ich nur eines wählen soll, würde ich sagen, Band 13 – Fröhliche Tage für Hanni und Nanni. Ich mag die Bücher am liebsten, wo die Sullivan-Schwestern in der Oberstufe sind. Das Kapitel Mamsell auf Kriegspfad ist sehr witzig und fesselnd. Auch gut: Anneliese stellt Fr. Willmer eine Falle. Ein spannendes Buch, zeitlos schön. Aber auch von den neueren Bänden gefallen mir viele besonders. Die Sonderbände sind gut für alte und neue Leserinnen. Mir gefällt der Sonderband 6 gut „Freundinnen halten zusammen“. Hier ist es der Autorin besonders gut gelungen, das zu bewahren was man von Hanni und Nanni seit langem kennt und erwartet und das zu Schreiben, was junge Mädchen noch heute anspricht. Ein Lesefreude für mich.“

Annika: „Mir gefällt das Buch Lustige Streiche mit Hanni & Nanni am besten. Ich finde diesen Band besonders lustig. Mit Claudine, der Nichte von Mamsell, passiert in Lindenhof um so mehr. Um einer gemeinen Frau eins auszuwischen lässt sie sich, obwohl sie nicht schwimmen kann, einfach in das tiefe Wasser fallen, ein anderes Mal schließt sie die Hausmutter ein.“

 

Schau dir die Buchcover und Illustrationen der neuen Hanni und Nanni-Bände genau an und sag uns, was darüber denkst.

 

Sandra: „Von den neuen Hanni und Nanni Bänden habe ich noch keines in der Hand gehabt oder im Original gesehen und kann deswegen zu den Illustrationen im Buchinnern nichts sagen. Die Buchcover habe ich mir auf Ihrer Internetseite genau angesehen. Die Bücher sprechen mich nicht an, weil ich Hanni und Nanni nicht mehr wiedererkenne. Ich finde die Figuren künstlich, wie Zeichentrickbilder. Hanni und Nanni sind mir seit 30 Jahren ans Herz gewachsen, wie ich sie kannte.

Ich kann nicht beurteilen, ob sich jüngere Leserinnen von den Büchern angesprochen fühlen, was ja sicher der Sinn der Neuerung ist. Ich kann aber verstehen, wenn dadurch neue Leserinnen gewonnen werden und so der Fortbestand von Hanni und Nanni gesichert ist. Das ist schließlich das Wichtigste.“

Annika: „Die neuen Buchcover sind auch hübsch. Man sieht direkt, dass es sich um Hanni und Nanni handelt. Die Etiketten mit dem Hanni und Nanni-Schriftzugund die Muster unter Titeln sind sehr niedlich. Man schaut direkt darauf. Allerdings trifft es nicht so meinen Geschmack. Die Doppelseitigen Illustrationen vorne und hinten in den Bänden finde ich wunderschön. Es wäre ganz toll, wenn es in jedem Band unterschiedliche gäbe. Diese sollten zum Thema des Buchinhaltes passen. Im dritten Band zum Beispiel Carlotta auf einem Pferd galoppierend ohne Sattel und Trense und im Hintergrund vielleicht ein Zirkus.

Die neuen Buchcover sprechen, denke ich, eher jüngere Mädchen an. Alle Altersgruppen finden sicher die Illustrationen toll. In den neuen Büchern sind Typographie und Schriftsatz viel besser lesbar. Von den neuen Buchcovern gefällt mir am besten Hanni und Nanni schmieden neue Pläne.“

 

Sandra, erzähle uns von den Hanni und Nanni-Büchern, die du selber geschrieben hast?

 

Sandra: „Drei Hanni und Nanni Bücher sind es geworden. An jedem Buch habe ich ungefähr 6 Monate geschrieben, in meiner Freizeit. Eins 2009, dann 2010 und 2011. Der Gedanke kam mir 2008. Vorher hatte ich privat keinen Computer und kein Internet und war deshalb sehr froh darüber. Einer meiner Lieblingsplätze in meiner Wohnung ist an meinem Sekretär, den ich mir kurz vorher gekauft hatte. Als ich dann bald darauf meine berufliche Arbeitszeit von Vollzeit auf Teilzeit reduziert habe und entsprechend mehr Zeit hatte, wollte ich mit meinem neuen Sekretär und Laptop etwas anderes machen, als nur privaten Schriftverkehr. Dann hatte ich die Idee selbst Hanni und Nanni zu schreiben. Für mich naheliegend, wo ich sie doch so mag. Hanni und Nanni und ein bisschen von meinem Leben. Ich bin im Schreiben nicht ausgebildet und habe keine Ahnung, wie man ein Buch schreibt. So habe ich gedacht, ich mache einfach mal so, wie ich mir das Ganze denke. Erst eine Geschichte ausgedacht, die grobe Handlung auf ein Blatt Papier geschrieben, die Personen auf einem Blatt festgehalten, die vorkommen sollen, damit ich keine vergesse. Dann habe ich ein Inhaltsverzeichnis geschrieben als Orientierung für die Reihenfolge der Handlungen. Danach habe ich angefangen zu schreiben, immer, wenn ich Zeit hatte. Das hat mir großen Spaß gemacht. Ich hatte ein Diktiergerät auf meinem Nachttisch und beim Fahrrad fahren dabei und immer, wenn mir etwas eingefallen ist zu meinen Büchern, habe ich es darauf gesprochen. So kam dann beim Schreiben manchmal eine andere Wendung als ursprünglich gedacht.“

 

Annika, erzähle uns von den Buchvorstellungen, die du gemacht hast.

 

Annika: „Zu einem großen Teil arbeite ich in fächerübergreifenden Projekten. Für die ganzen Literaturprojekte schreibe ich besonders gerne Buchvorstellungen. Die Idee zu dem Hanni und Nanni/Enid Blyton Projekt kam mir, als ich die St. Claire’s-Serie – also Hanni und Nanni im Englischen Original – gelesen habe. Wenn ich mit solch einem Projekt beginne, recherchiere ich im Internet und anderen Medien und natürlich in vielen Büchern. So sammle ich mir zahlreiche Informationen zu dem Thema. Manchmal bekomme ich zwischendurch auch schon Lust, etwas zu zeichnen. Ich habe mehrere Biographien über Enid Blyton gelesen und mir einen englischen Film über Enid Blyton besorgt, in Deutsch gibt es keinen. Natürlich habe ich mir auch die Hanni-&-Nanni-Kinofilme angesehen und mir die alte Zeichentrickserie von Hanni und Nanni auf Englisch angeschaut.“

Eure Meinung

  1. Jenny 20.09.2015

    Dieses Interview hat mich noch neugieriger auf die Bücher von Hanni und Nanni gemacht, sodass ich sie seitdem regelmäßig lese.
    Klasse Bücher 🙂

    Lg