• Bin ich blöd, oder was?
    Susanne George, Redakteurin

    Bin ich blöd, oder was?
    Als Olivia Vieweg unserer Redaktion vorgeschlagen hat, einen Comic-Roman für Mädchen zu schreiben, war ich sofort Feuer und Flamme. Und ...
     

Brave Mädchen, wilde Jungs

100 Jahre Schneiderbuch – Fundstück der Woche

Ein Bilderbuchwohnzimmer der Siebzigerjahre in gelb, braun, beige und orange: Lampenschirm aus Kunstfaser, Obstschale auf der Anrichte, das poppige Blumenbukett, ein sorgfältig drapiertes Kissen im gemusterten Sessel, dazu brennt eine Kerze mit folkloristischen Verzierungen. Es ist Zeit für Bescherung. Der Gabentisch ist reich gedeckt.

 

Solche roten Schleifchen im Haar waren damals für brave Mädchen zu Festtagen ein Muss – genauso wie das Lieblingsbuch von Schneider, neben dem die anderen Geschenke einfach eingepackt liegen bleiben. Als Dankeschön fürs heiß ersehnte Pferdeabenteuer Kiki mit dem Ponyclub unterwegs  gibt es einen braven Luftkuss. Der Junge mit dem schicken Scheitel kann es gar nicht fassen und fegt die restlichen Präsente locker vom Tisch: Er heimst gleich fünf Schneiderbücher ein  – darunter ein Danny Wildwest-Abenteuer und Die Jungen von Schloss Schreckenstein.

 

Mit unserem ganz besonderen Fundstück aus dem Schneiderbuch-Archiv – von der Original-35-mm-Filmrolle abgetastet – werden Kindheitserinnerungen an erste Leseabenteuer wach.

 

 

 

 

Schneiderbücher in den Siebzigerjahren

 

Seit Anfang der Siebzigerjahre wurden auch Taschenbücher in zwei verschiedenen Buchstärken ins Programm genommen. Diese umfassten zunächst Zweitverwertungen, später auch Originalausgaben. Sie wurden neben den anderen Buchformaten im Drehständer präsentiert. Dort sorgte eine neu eingeführte Kennzeichnung für noch bessere Übersicht. Zusätzlich zur Angabe des Lesealters auf dem weißen Buchrücken gaben nun schmale farbige Streifen das Genre an: Mädchen – rot, Jungen/Abenteuer – blau, Pferde – braun. Tiere – grün. Die Binderei produzierte zweierlei Buchstärken. Bereits 1968 war das dicke Jugendlexikon erschienen: lesefreundlich im Zweispaltenlayout, mit vielen Schwarz-Weiß-Fotos und eingehängten Farbbögen. Lexika zu den Themen Fußball, Sport, Tiere, Pferde und Technik folgten. Alle Nachschlagewerke wurden bei Nachauflagen aktualisiert. Auch das SchneiderBuch der Rekorde zum Taschengeld-Budget fehlte nicht. Wahre Türöffner für die vielen Außendienstmitarbeiter waren die sogenannten „Hits“, die in dieser Zeit entwickelt wurden: Sammelbände von je drei Einzeltiteln erfolgreicher Serien in einer limitierten Auflage zum Preis von 5 DM. Sie wurden später als reguläre Sammelbände ins Programm genommen.

 

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